Startschuss für Patrick Martin Schröders Reise

Patrick Martin Schröder fährt eines unserer Bambusräder, ein My Densu - Rennrad, 5000 km durch Westafrika. Dies ist der zweite Reisebericht, über die Fahrt in Ghana. Den ersten Bericht über die Ausrüstung und Route findet ihr hier.

Patrick mit seinem aufgetunten Liebling My Densu.

Lassen wir Patrick doch selbst erzählen:

„Ghana. Das Land des Asantestammes. In seiner langen Geschichte kolonialisiert von den Niederlanden, Portugal und England, die erbittert Krieg um es führten. Bekannt unter vielen Namen; The Gold Coast. The Slave Coast. Ghana.

Einst ein mächtiges afrikanisches Land unter der Herrschaft der Asante, wurde Ghana von den Briten schlussendlich erobert und war der Haupthandelspunkt für Sklaven aus Westafrika. Noch heute zeugen die Festungen an der Küste, Unesco Weltkulturgüter, davon welche Gräueltaten sich hier zugetragen haben. Im Gegensatz dazu ist das Land heutzutage ein glänzendes Beispiel für Westafrika, politisch stabil, wirtschaftliches Wachstum, und eine Küste voller Strände die sowohl All-Inklusive Ressortbesucher als auch Backpacker lockt.

Ghana Route.

Dies war der erste Stop meiner Reise in Afrika mit dem Bambusrad. Per Flugzeug im Schnellverfahren über Portugal stand ich plötzlich aus dem deutschen Winter gerissen in 35°, Sonne und tropischer Schwüle; neben sandverwehten Straßen voller hupender und klappernder Autos. Sogenannte Tro-Tros, umgebaute Vans, ersetzen den Nahverkehr und beanspruchen den größten Teil des Straßenverkehrs für sich.

Die Fahrt vom Flughafen auf meinem Rad ins Zentrum war eine gute Einleitung, nicht nur wurde ich schnell der offenen Abwasserkanäle bewusst, die seitlich der Straße verlaufen, sondern auch dem, sagen wir mal, kreativem Teerbelag der Straßen. Ebenso kreativ gestalten sich die Verkehrsregeln, welche man wohl knapp mit den Worten "Survival of the Fittest" zusammenfassen darf.

Afrika. Es ist schon mehrere Jahre her, dass ich hier getourt bin, aber die Erinnerung kommt schnell zurück.

Die ersten drei Tage verbrachte ich in Accra, der Hauptstadt Ghanas. Es mussten Visas für umliegende Länder besorgt werden, Geld gewechselt, Worte in der lokalen Sprache, Twi, gelernt und sich an das Wetter gewöhnt werden. Danach fing die Tour richtig an, Radfahren an der Slave Coast Afrikas.

Idealer Startschuss auf den Straßen Accras.

Meine Route führt mich nach Osten Richtung Togo, einer ehemaligen deutschen Kolonie. Raus aus dem Verkehrschaos von Accra entlang der Küstenstraße nach Tema, dem Tiefseehafen Ghanas. Nicht nur ist Tema das Ziel der einzigen Zug-Linie im Land, sondern auch für gefühlt jeden einzelnen Truck Afrikas.

Klar. Der Hafen. Alle Güter werden per Containerschiff importiert und dann über Land auf den Straßen transportiert. Auf Trucks deren Qualität von brand-neu bis hin zu bald-auseinanderfallend reicht. Und genau dazwischen fährt ein kleiner, noch sehr blasser Deutscher auf einem Fahrrad aus Holz das mit Bindfäden umwickelt ist.

Glücklicherweise war fast durchgehend Stau, so dass ich mit dem Rad schneller und vor allem sicherer als erwartet vorrankam.

Volle Fahrt voraus! - auf der Küstenstraße an der Grenze nach Togo.

Nach Tema würde die Fahrt richtig angenehm, freie, gut geteerte Straße mit Seitenstreifen auf dem Highway nach Togo. Dies ist ein Trend, der sich die gesamte Tour vorsetzten sollte: Straßen zu Landesgrenzen haben kaum Verkehr im Vergleich zu denen, die Städte innerhalb des gleichen Landes verbinden. Obwohl nur 200 km Distanz zwischen Accra und Lome, der Hauptstadt Togos, liegen, habe ich das Gefühl, dass die meisten Leute in ihren jeweiligen Ländern bleiben.

Grund dafür ist zweifelsohne die Sprachbarriere. Nicht nur ist die Stammessprache eine Andere, sondern Ghana ist das einzige englisch-sprachige Land auf meiner Reise, umringt auf allen Seiten von Französisch. Leider spricht man im deutsch-Togoland eher selten heutzutage deutsch.

Diese erste Etappe, 200 km, fuhr ich ohne Zwischenfälle. Mit Rückenwind. Auf guter Straße. Ein einziger Zwischenstopp am Volta-Fluss, in Sogakope, und schon war ich an der Grenze, praktisch kurz nach dem Frühstück. HA! Wenn die ganze Reise so verläuft, wird das ein Kinderspiel - dachte ich. Selbstverständlich sollte dem nicht so sein.“

Im nächsten Beitrag erwarten euch Patrick Martin Schröders Erfahrungen in Togo, Land der Gallier und Voodoo-Priester. Da Patrick schon seit 10 Jahren nah an Natur, Menschen und Kultur ist, lohnt sich ein Besuch auf seine Webseite, bei Facebook, oder Twitter . Dort gibt es jede Menge spannender Berichte und eindrucksvolle Bilder seiner bereits bereisten Länder, unglaubliche 148 zählen dazu.

Wir sind begeistert von deiner Reiselust und erwarten voller Vorfreude deinen nächsten Beitrag :-)

Route durch Afrika – von Accra nach Togo, geschafft!

Zurück

Pfeil Toplink