Wir sind begeistert!

Erinnert ihr euch? In unserem Blogbeitrag zum 4. Dithmarscher Innovationspreis – Plietsche Lüüd 2016 sind wir kurz auf die Reetdachdeckerei Ohm eingegangen, die mit ihrem Projekt in der Kategorie „Sonderpreis“ gewonnen hat. Heute wollen wir die Gelegenheit nutzen, euch ein bisschen mehr von Hans-Hermann Ohm und seinem Projekt zu berichten.

Hans-Hermann Ohm, Chef der Reetdachdeckerei Ohm in Norddeich und Obermeister der Reetdachdecker-Innung Schleswig-Holstein wurde letztes Jahr von Luisa Natiwi kontaktiert. Die gebürtige Uganderin, die seit Jahrzehnten in Hamburg lebt, brachte ihn damals auf die Idee, jungen Ugandern das Reetdachdecker-Handwerk beizubringen, so dass diese nach abgeschlossener Ausbildung das Gelernte vor Ort in Uganda umsetzen und weitergeben können. Reetdach soll als bessere Alternative zu dem sonst üblichen, aber für ugandisches Klima eher ungeeigneten Wellblechdach etabliert werden.

 

Im März 2016 flog Hans-Hermann Ohm mit seiner Frau Rita nach Uganda in die kleine Stadt Moroto im Nordosten des Landes, wo er den zukünftigen Auszubildenden Bosco Awas sowie zwei weitere junge Ugander kennenlernte. Ursprünglich war es geplant, dass alle drei Männer eine Lehre in Deutschland beginnen können, doch nur Bosco hatte die Möglichkeit, bereits in Moroto wichtige grundlegende Deutschkenntnisse zu erwerben.

rechts im Bild: Auszubildender Bosco Awas

Darüber hinaus baute Hans-Hermann Ohm während seines Aufenthalts eine Lagerhalle für Reet auf dem Grundstück von Luisas Familie. Unterstützt wurde er dabei von Helfern aus dem Ort. Zuvor kaufte er im Umland gut 1000 Bünde Reet, die dort gelagert werden sollen.

Bau der Lagerhalle

Seit September dieses Jahres lebt Bosco Awas nun gratis bei dem Ehepaar Ohm. Er wird die nächsten drei Jahre in Norddeich ausgebildet und soll seine Lehre mit einer Gesellenprüfung abschließen, um dann wieder nach Moroto zurückzukehren. In seinem ersten Lehrjahr erhält er monatlich 600 € brutto. Leider wurden bisher keine Zuschüsse für das Projekt bewilligt, so dass Hans-Hermann Ohm weiterhin in die eigene Tasche greifen muss und das Geld des Innovationspreises somit die erste Einnahme ist. Das Ehepaar Ohm finanziert das Projekt komplett privat und trägt die gesamten Kosten für Flüge nach Uganda, Bosco Awas Deutschunterricht und Internatsaufenthalt an der Lübecker Landesberufsschule sowie für anfallende Materialkosten in Uganda. Hut ab vor diesem Engagement!

Als wir bei der Preisverleihung zum ersten Mal von diesem besonderen Projekt hörten, waren wir gleich maßlos begeistert und von dessen Potenzial überzeugt. Wir sehen in der Idee Ähnlichkeiten zu my Boo und hoffen, dass sich bald alternative Finanzierungsmöglichkeiten auftun werden. Wir finden es so super, dass mit der Reetdachdeckerei Ohm ein weiteres Unternehmen versucht, mit gutem Beispiel voranzugehen und zeigt, wie man die Wirtschaft in afrikanischen Ländern direkt vor Ort mit derartigen Projekten stärken kann.

Wir wünschen dem Ehepaar Ohm und seinem Projekt weiterhin alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft!




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