Ankobra Farms

Heute wollen wir euch eine spannende Initiative vorstellen, die wie wir, in Ghana den Rohstoff Bambus nachhaltig und sozial nutzt. Allerdings baut Ankobra Farms aus dem meterhohen Süßgras keine Fahrradrahmen, sondern verbrennt es lieber, aber jetzt mal der Reihe nach.

Das Ehepaar Ines und Claus Egger, die Gründer der Initiative, wanderten 2008 nach Ghana aus und eröffneten dort eines der ersten Bio-Hotels Westafrikas. So bekamen sie direkt vor Ort von den Problemen mit, die das Land merkbar heimsuchen. Dazu gehören Entwaldung, Energie- und Fischereikrise sowie Bodenbelastung durch Agrochemikalien. Die dort lebenden Menschen haben immens darunter zu leiden, sie verlieren ihre Lebensgrundlage und sind einer schlechten Wirtschaftslage ausgesetzt. Mit Ankobra Farms möchte das Ehepaar Eggers einen Beitrag zur Verminderung dieser Probleme leisten und entwickelte dazu ein Konzept, dass sowohl die Natur Ghanas entlastet, als auch nachhaltige Lebensgrundlagen für die Bevölkerung schafft.

Mit diesem Konzept sollen die Produktion erneuerbarer Energien sowie die Etablierung einer Bio-Landwirtschaft  verfolgt und sichere Arbeitsplätze geschaffen werden. Für die praktische Umsetzung sind vier Entwicklungsstufen geplant. Die erste Stufe verfolgt eine ganzjährige Produktion von Bambuskohle. Die zweite und dritte Stufe sieht den Bau einer ökologischen Plantage und einer Biogasanlage vor. Die letzte Stufe zielt auf die Errichtung eines Innovationszentrums ab, das der Findung von Nachahmern dienen soll, um die Idee auch in anderen Regionen des Landes hinauszutragen

Kohle aus Bambus

Aber jetzt nochmal zurück zu unserer Gemeinsamkeit, dem Bambus. Wir nutzen Bambus für Fahrradrahmen, Ankobra Farms verbrennt ihn lieber. Naja, verbrennen ist hierbei nicht der richtige Ausdruck, karbonisieren trifft es eher. In sogenannten Retort-Kiln, also Köhleröfen, wird die Bambuskohle hergestellt. Die Vorteile von Bambus liegen dabei klar auf der Hand. Wie wir wissen, wächst dieser in wenigen Jahren auf mehrere Meter nach und bindet extrem viel CO2. Durch seine dicke und stabile Struktur, die er auch während der Karbonisierung beibehält, liefert Bambus eine perfekte Grundlage für eine langsame Verbrennung der Kohle bei einer sehr hohen Hitzeentwicklung. Mit der Herstellung und Nutzung von Bambuskohle leistet man einen Beitrag zur Minderung der Regenwaldabholzung. Zudem können die Waldböden sich durch die aufgrund der Bambuspflanzung entstehende Humusschicht erholen und stabilisieren.

Bambus ist also nicht die einzige Gemeinsamkeit die wir mit diesem Projekt teilen. Auch Ankobra Farms versucht mit seiner Arbeit, einen Beitrag zu sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit zu leisten und die Region vor Ort in Ghana zu stärken. Ab dem 21. November 2016 startet die Indiegogo-Kampagne wofür das Projekt auf kräftige Unterstützung hofft. Wenn auch ihr ein bisschen Kohle spenden wollt, dann besucht doch mal die Homepage der Initiative, seht euch das Video an oder geht direkt zu Indiegogo. Wir wünschen dem Ehepaar Eggers und allen Beteiligten von Ankobra Farms alles Gute und viel Erfolg!




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